Heiße Phase der Erdwärme-Messung startet

GeoTief Wien startet Messungen des Wiener Untergrunds – Fahrzeugkonvoi in drei Bezirken bis Ende November unterwegs – 16.000 Mini-Sensoren sind ausgelegt

Die Geothermie-Forscher sind in Wien angekommen

Mithilfe von 3D-Seismikmessungen macht sich das Untersuchungsteam von GeoTief Wien in drei Wiener Bezirken – Donaustadt, Simmering, Leopoldstadt - auf die Suche nach Erdwärme. Begonnen haben die 3D Seismik-Messungen Mitte Oktober in Niederösterreich. Heute starten die Untersuchungen in Teilen des Wiener Stadtgebiets.

„Nun geht es in die heiße Phase“, sagt Geschäftsführer Karl Gruber von Wien Energie als Hauptpartner des Forschungskonsortiums GeoTief Wien. „Mit hoher Wahrscheinlichkeit gibt es im Osten Wiens große Heißwasservorkommen in tiefen Erdschichten. Mit unseren Seismikmessungen, die dem allerletzten technischen Stand entsprechen, erforschen wir jetzt den Untergrund, um Genaueres zu erfahren.“

Die Messungen werden mittels Impulsfahrzeugen entlang von ausgewählten, befahrbaren Straßen und Wegen durchgeführt.  Die Bevölkerung wird vor Ort über das Vorhaben informiert.  

Durch die Konvois der Impulsfahrzeuge kann es möglicherweise zu kurzfristigen Verkehrsbehinderungen kommen, vergleichbar mit der vorübergehenden zeitlichen Beeinträchtigung durch Müllfahrzeuge. Wenn man in der Nähe ist, sind Betriebsgeräusche der Erkundungsflotten zu hören, ähnlich wie das bei kleineren Bauprojekten vorkommen kann. Die Schwingungen durch die Impulsfahrzeuge sind in einem engeren Umkreis zu spüren. Zusätzliche begleitende Messungen stellen sicher, dass alle Normen für Bauwerke eingehalten werden. Gemessen wird ausschließlich an der Erdoberfläche.

16.000 kabellose Messgeräte – von der Donauinsel bis nach Aspern

Geophone am Straßenrand.
Geophone. Copyright: Wien Energie/FOTObyHOFER/Christian Hofer
Zoom
Im gesamten Messgebiet sind 16.000 Sensoren – sogenannte Geophone – aufgebaut. Nach den Messungen Anfang Dezember werden sie entfernt. Diese Sensoren haben ein GPS-Tracking und nehmen die von den Impulsfahrzeugen erzeugten und vom Untergrund reflektierten Signale auf.
 

Gruber: „Ziel des Projekts ist es, eine Grundlage für die Entscheidung zu schaffen, ob und in welchem Ausmaß Geothermie in Zukunft auch für Wien genutzt werden kann. Im Idealfall könnte die Wärme aus der Tiefe der Erde zukünftig hunderttausende Wiener Haushalte mit umweltfreundlicher Wärme und Warmwasser versorgen. Das wäre ein wesentlicher Beitrag zu einer massiven CO2-Reduktion in Wien.“

Das Datenmaterial aus den Messungen von rund 50 Terabyte wird nach Abschluss der Messungen in einer zweijährigen Analysephase wissenschaftlich ausgewertet. 2021 werden die  Forschungsergebnisse präsentiert.

Sie möchten wissen, wann und wo gemessen wird? Wir informieren Sie hier über die geplante Fahrtroute.